Oskar braucht Hilfe

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Hoppel hielt die Luft an. Da hinter dem Stein saß jemand – und dieser jemand sah ziemlich erschöpft aus.

Es war ein Hase, dreimal so groß wie Hoppel, mit einem geringelten Schal um den Hals und einer Mütze voller bunter Blüten. Neben ihm lag das größte Ei, das Hoppel je gesehen hatte. Bunt wie ein Regenbogen – gelb und pink und grün und blau, alles auf einmal. Und riesig.

„Bist du… der Osterhase?“, fragte Hoppel mit großen Augen.

Der große Hase blickte auf. Seine Augen waren müde, aber warm. „Oskar“, sagte er und streckte eine Pfote aus. „Und ja. Eigentlich.“

„Eigentlich?“, fragte Lina.

Oskar seufzte und klopfte auf das riesige Ei. „Das hier ist mein letztes Ei. Das allerletzte. Aber es ist so schwer – ich komm keinen Meter vom Fleck.“ Er kniff die Augen zusammen. „Es soll auf den Spielplatz am Waldrand. Für das Kind, das als letztes sucht.“

Hoppel schaute das Ei an. Er schaute Lina an. Dann rollte er die Ärmel hoch – also eigentlich hatte er gar keine, aber die Geste fühlte sich richtig an.

„Wir helfen dir“, sagte er.

Oskar blinzelte. „Wirklich?“

„Na klar!“, sagte Lina und stellte sich auf die andere Seite.

Zu dritt schoben und rollten und schubbsten sie das riesige bunte Ei den Waldpfad entlang. Es war schwer und rund und rollte manchmal in die falsche Richtung, und einmal quietschte Hoppel laut auf, weil er mit der Pfote drunter geraten war. Aber dann lachten alle drei und schoben weiter.

Am Spielplatz, zwischen zwei Apfelbäumen, fanden sie den perfekten Platz. Gemeinsam legten sie das Ei ins hohe Gras.

Oskar richtete sich auf und lächelte – ein richtiges, großes, warmes Lächeln. „Ohne euch hätte ich das nie geschafft.“ Er griff in seine Jackentasche und holte zwei kleine glitzernde Sterne heraus. „Diese gehören euch.“

Hoppel hielt seinen Stern in den Pfoten. Er schimmerte goldig in der Morgensonne.

Auf dem Heimweg – Lina an der einen, Mama an der anderen Seite – steckte Hoppel seinen Stern in die Westentasche, direkt neben sein Herz. Der Weg roch nach Frühling und frischem Gras.

„War das der beste Ostern ever?“, fragte er.

Lina grinste. „Definitiv.“

Mama legte einen Arm um jeden. „Für mich auch“, sagte sie leise.

Zu Hause warteten heiße Kakao-Tassen und Sonnenschein durchs Küchenfenster. Hoppel gähnte ein kleines Gähnen und kuschelte sich in Mamas Arm.

Heute hatte er ein Ei gefunden, einen Bach überquert und einem müden Osterhasen geholfen. Das war ein sehr guter Tag.

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