„Hoppel, warte!“, rief Lina atemlos. „Du rennst viel zu schnell!“
Hoppel hielt inne und drehte sich um. Die goldenen Blütenblätter führten weiter, einen schmalen Pfad zwischen alten Bäumen hindurch. Der Wald duftete nach Harz und feuchtem Laub. Überall piepsten Vögel.
„Schau“, sagte Hoppel und zeigte auf die Spur, „sie hört nicht auf!“
Lina trat neben ihn. „Du hast recht.“ Sie atmete tief durch. „Also gut. Aber zusammen.“
Sie liefen weiter, die Blütenblätter zählend. Zwanzig, dreißig, vierzig. Plötzlich setzte sich etwas Blaues auf Hoppels Nase. Er erstarrte.
Ein Schmetterling. Riesige blaue Flügel, die langsam auf und ab wippten.
„Hallo“, flüsterte Hoppel.
Der Schmetterling flog ein Stück nach rechts – genau dorthin, wo die nächsten Blütenblätter lagen. Dann schaute er zurück.
„Er zeigt uns den Weg!“, japste Lina.
Mit dem Schmetterling voraus huschten sie um eine Biegung – und da gluckerte ein kleiner Bach. Die Blütenblätter hörten am Ufer auf.
„Oh nein“, seufzte Hoppel.
„Schau“, sagte Lina und zeigte auf Steine, die ordentlich aus dem Wasser ragten. „Trittsteine!“
Hoppel schluckte. Das Wasser rauschte kalt und silbern. Er streckte eine Pfote aus und tippte auf den ersten Stein. Fest. Er sprang. Und wieder. Und noch einmal – plumps – das andere Ufer!
„Ich hab’s geschafft!“, jauchzte er.
Lina sprang hinterher, leise und geschickt. Drüben schüttelten sie die nassen Pfoten und lachten.
Weiter führte die Spur, bis ein runder Erdhaufen den Weg versperrte. Daraus schaute eine braune Nase.
„Guten Morgen“, sagte eine tiefe Stimme. Ein Maulwurf blinzelte ins Licht. „Ihr sucht wohl jemanden, was?“
„Den Osterhase!“, sagten Hoppel und Lina gleichzeitig.
Der Maulwurf nickte bedächtig. „Hab ihn gesehen. Großer Korb. Schweres Ei. Richtung Lichtung.“ Er zeigte mit einer dicken Pfote nach links. „Aber er hat gebrummt. Klang, als käme er nicht vom Fleck.“
„Danke!“, rief Hoppel und rannte schon wieder los.
„Hoppel!“, lachte Lina – und rannte mit.
Der Wald wurde lichter. Die Bäume standen weiter auseinander, und zwischen ihnen schimmerte hellgrünes Gras. Dann hörten sie ein leises Grummeln hinter einem moosbedeckten Stein.
Hoppel und Lina blieben stehen. Sie sahen sich an.
„Da ist jemand“, flüsterte Lina.
Hoppel nickte. Sein Herz klopfte ganz laut. Aber nicht vor Angst – sondern vor Neugier.













