„Da ist einer!“, schrie Sam.
Der Schmetterling hob ab. Orange, schwarz, ein bisschen zittrig in der Luft. Sam rannte.
Der Schmetterling war nicht schneller – er flog einfach anders. Mal links, mal rechts, mal kurz runter, dann wieder hoch. Sam folgte ihm durch den ganzen Garten, über den Weg, fast bis an die Hecke.
Dann war er weg. Einfach so.
Sam blieb stehen. Außer Atem, schmutzige Knie vom Hinfallen.
„Hast du ihn?“, rief Papa von der Bank.
„Nein.“
Papa sagte nichts dazu.
Sam setzte sich ins Gras. Es war noch ein bisschen kalt, erst April. Er zog die Knie an und schaute auf die kleinen gelben Blüten neben sich. Auf eine Ameise die einen Halm schleppte, der für sie riesig sein musste.
Er wartete. Nicht weil er einen Plan hatte – einfach weil er müde war vom Rennen.
Irgendwann landete etwas auf seiner Hand.
Ganz leicht. Fast wie ein Windhauch.
Der Schmetterling war orange mit schwarzen Rändern und kleinen weißen Punkten. Er saß auf Sams Knöchel und öffnete und schloss die Flügel, ganz langsam, als würde er atmen.
Sam hielt die Luft an.
Er schaute so lange er konnte. Dann zuckte er doch ein bisschen – und der Schmetterling hob ab, trudelte einmal durch die Luft und war weg.
Sam holte tief Luft.
„Papa“, rief er. Nicht laut. „Er war auf meiner Hand.“
Papa kam. „Hab ich gesehen.“
„Ich hab mich nicht bewegt.“
„Fast nicht.“
Sam schaute auf seine Hand. Da war nichts mehr, nur seine normale Hand.
„Darf ich morgen wieder warten?“, fragte Sam.
„Gern“, sagte Papa.













